Die FDP Obwalden hat Marius Küchler nominiert. Damit beginnt der Wahlkampf, der sich zum Sechskampf um fünf Regierungssitze entwickeln dürfte. Unterstützung erhält Küchler von der FDP-Parteispitze.
Er ist 34-jährig, Leiter Handel bei der Nidwaldner Kantonalbank, Vater eines Sohnes. Vor allem aber versteht sich Marius Küchler als Obwaldner – und Brückenbauer. Dazu später mehr.
Mit ihm will die FDP Obwalden wieder zurück in den Regierungsrat. Zur Erinnerung: Ihren Sitz verlor die Partei bei den Wahlen 2022 an die Mitte. Carola Weiss, Präsidentin der FDP Obwalden, stellte gleich zu Beginn der Nominationsversammlung am Samstagmorgen klar: «Als drittgrösste Partei in Obwalden haben wir Anspruch auf einen Sitz in der Regierung, den wir jetzt geltend machen wollen.»
Die FDP besetzt aktuell elf Sitze im Kantonsrat (insgesamt 55). Nur die Mitte (19) und die SVP (13) haben mehr. Man wolle die Zukunft des Kantons wieder in der Exekutive mitgestalten, sagte Weiss. Und: «Der Wahlkampf fängt jetzt an.» Bekannt ist, dass vier der fünf bisherigen Regierungsräte – namentlich Josef Hess (parteilos) Christian Schäli (CSP), Cornelia Kaufmann-Hurschler (Mitte) und Christoph Amstad (Mitte) – ihre Sitze am 8. März 2026 behalten wollen. Die SVP Obwalden hat zudem angekündigt, den letzten, durch den Rücktritt von Daniel Wyler (SVP) frei werdenden Platz in der Regierung verteidigen zu wollen.
Junger Kandidat mit liberalen Werten
Marius Küchler stellte sich der Versammlung selbst vor. So viel vorne weg: Durch grossen Applaus und stehende Ovationen wurde er von seinen Parteikolleginnen und -kollegen als Regierungsratskandidat nominiert. Der Kernser, der zwar in Stalden aufwuchs, mittlerweile mit seiner Frau und seinem Sohn aber wieder in Kerns wohnt, sagte: «Obwalden ist meine Heimat.» Und deren Zukunft möchte er so mitgestalten, wie er es in der Schweizer Armee als Pontoniere-Kompaniekommandant gelernt hat: als Brückenbauer. Konkret zwischen Generationen, Volk und Regierung sowie zwischen Berufslehre und Studium.
Wenig überraschend möchte sich der FDP-Kantonsrat, der 2024 für Marco De Col nachrückte, im Falle einer Wahl mit folgenden Schwerpunkten in die Regierung einbringen: stabile Finanzen durch Ausgabedisziplin und ohne Erhöhung der Steuern, eine Wirtschaft, von der alle profitieren sollen, und mehr Sicherheit, aber nicht auf Kosten der Freiheit. Was er denn besser könne als die bisherigen Regierungsräte, wollte Carola Weiss von Küchler wissen. Er wolle nicht auf einzelne Personen eingehen, die seiner Meinung nach alle den Kanton bestmöglich regieren wollen. Punkten möchte er unter anderem mit seinem privatwirtschaftlichen Hintergrund, seinem jungen Alter und seiner geselligen Art.
Parteispitze zu Besuch
Zum Wahlauftakt reiste auch Benjamin Mühlemann nach Sarnen. Seine einleitenden Worte, er habe kein Referat vorbereitet, entpuppten sich höchstens als Halbwahrheit, wusste Mühlemann doch immerhin die nächsten 30 Minuten zu füllen. Der Glarner Ständerat und frisch gebackene Co-Präsident der FDP Schweiz war vor zwölf Jahren in einer ähnlichen Situation wie Marius Küchler. Er kandidierte, ebenfalls 34-jährig, für den Glarner Regierungsrat und sagte zu Küchler: «Mach das unbedingt. Es ist der schönste Job, den es gibt.»
Neben der Ausführung verschiedener politischer Geschäfte auf nationaler Ebene betonte Mühlemann auch die Grundposition der FDP. Man habe genug von den Empörungsdebatten und wolle «konstruktiv und mit positiver Energie» wirken. Freude und Energie wünschte er seinen Obwaldner Parteikollegen auch im Wahlkampf, der immer auch das Gemeinschaftsgefühl stärke. «Politik kann oft beschwerlich sein, aber bei Nominationen herrscht immer Aufbruchstimmung.»
Auch Marius Küchler trug mit seinen Schlussworten zu dieser Aufbruchstimmung bei: «Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Doch ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.»